Tiergestützte Interventionen - Pädagogik und Förderung

Tiergestützte Intervention verbindet die ursprüngliche Soziale Arbeit mit dem lebendigen Element der Natur und der Tiere. Hierdurch ist eine niedrigschwellige Öffnung und somit ein neuer Zugang zur Pädagogik möglich. Förderung wird mit Lebendigkeit gefüllt und wird erlebbar.

Tiere haben auf Menschen eine ganz besondere Wirkung. Jeder Mensch assoziiert etwas mit Tieren. Manchmal sind es gute Erfahrungen, die Freude, Wärme oder Sicherheit empfinden lassen, oder auch schlechte Erfahrungen, die zum Beispiel Angst, Skepsis und Zurückhaltung hervorrufen können.

Ein Tier kann Erinnerungen wecken oder ein Ansporn sein, einen Menschen mit Stolz erfüllen oder Mut machen. Tiere und Natur erhalten heutzutage, in einer Welt die immer digitalisierter wird, einen ganz neuen Stellenwert. Tiergestützte Intervention kann hier ansetzen, um mit Tieren aber auch über Tiere, eine neue Möglichkeit der Kontaktaufnahme und neue Wege in dem Umgang mit Adressaten zu finden.

Tiergestützte Intervention bietet einen Aspekt in der Arbeit mit Menschen, der seit einigen Jahren immer präsenter wird.

Tiergestützte Intervention bietet eine Bandbreite an Unterstützung und Möglichkeiten, die unter anderem durch das Zusammenspiel von Biophilie, Bindungstheorie, Du-Evidenz und Spiegelneuronen ihren Adressaten erreichen können und so die Grundlage zu einer funktionierenden Mensch-Tier-Beziehung bilden.

  • Biophilie oder auch "die Liebe zum Lebendigen". Menschen haben sich in ihrer Entwicklung über Jahrtausende immer mit der Umwelt zusammen entwickelt. So lässt sich nicht nur eine Verbundenheit mit der Natur erklären, sondern auch der Bezug zu anderen Lebewesen.
  • Tiere können durch die Du-Evidenz zu einem Partner werden und zu einem Freund mit Namen und Charakter. So werden sie für Menschen individuell, bekommen Rechte und haben Bedürfnisse, denen man gerecht werden will. So kann man auch bei Tieren Eigenschaften wie Hilfsbereitschaft, Empathie und Lernfähigkeit nachweisen. In Filmen gibt es zahlreiche Beispiele für Du-Evidenz. So ist der Delfin "Flipper" ein echter Familienfreund, genauso wie die Hündin "Lassie" und der Affe "Charly".
  • Spiegelneuronen bilden die Grundlage dafür, dass Menschen etwas nachahmen, die Absicht von anderen erkennen und sich in ein anderes Lebewesen hineinversetzen können. Spiegelneuronen werden spontan aktiv und sind nicht auf den Verstand eines Menschen angewiesen.
  • Bindungsverhalten ist ein Verhalten des Menschen, die Nähe eines anderen Menschen zu suchen, der häufig sogar als kompetenter erscheint. Verstärkt wird dieses Verhalten vor allem in Momenten gezeigt, in denen das Bedürfnis nach Zuwendung am höchsten ist, zum Beispiel bei Angst, Krankheit oder Müdigkeit. Das Gefühl der Geborgenheit kann dadurch entstehen, dass man sich auf eine einfühlsame Beziehungsperson verlassen kann. Mit diesem Menschen im Hintergrund lassen sich auch schwierige Situationen meistern und es kann im Zweifel dort um Unterstützung gebeten werden. Diese Art von Bindung lässt sich auch auf ein Tier übertragen. Hierbei kann das Tier sowohl die sichere Basis als auch ein Vermittler und Türöffner zu neuen Bindungsversuchen mit Menschen sein.


Die Wirkungseffekte der Tiergestützten Intervention sind vielseitig und der Fokus liegt in unterschiedlichen Bereichen der Sozialen Arbeit auf unterschiedlichen Schwerpunkten. Trotzdem lassen sich viele Wirkfaktoren übertragen und so auch in der Pädagogik umsetzen.

  • Überwindung sozialer Isolation - Tiere werden als Gesprächsgrundlage genutzt. Über Tiere kann man ins Gespräch kommen. Sie bringen Menschen mit dem gleichen Interesse zusammen und unabhängig davon, ob das Tier anwesend ist oder nicht, bietet es eine Vielzahl an Möglichkeiten ins Gespräch zu kommen.
  • Stärkung des Selbstwertes - Im Umgang mit dem Tier geht es um Versorgung und Pflege, die vom Menschen für das Tier geleistet wird. Der Mensch erfüllt hier einen Nutzen.
  • Nähe und Körperkontakt - Vor allem in sozialen Einrichtungen sind Nähe und besonders Körperkontakt zu Klienten nicht erwünscht. Jeder Mensch hat seine Individualdistanz. Das Bedürfnis nach Nähe steht hier meist im Hintergrund. Tiere bieten die Möglichkeit, einen Körperkontakt und Nähe zuzulassen und das Bedürfnis nach Berührung zu stillen. Einige Tierarten werden gerne gestreichelt und mögen die Nähe zum Menschen.
  • Angstabbau - Ängste können sich abbauen oder sogar komplett auflösen durch die Anwesenheit eines Tieres. Durch die Konzentration auf das Tier ist der Fokus verschoben und die Angst rückt in den Hintergrund. Zusätzlich wirkt das Fell sowie die Körperwärme und die regelmäßige Atmung eines ruhigen Tieres beruhigend auf den Menschen.
  • Fokusverschiebung - Der Fokus des Klienten liegt nicht mehr auf der "Schwäche" die er mitbringt, sondern auf dem Versuch, die Aufgabe für das Tier zu erfüllen.
  • Motivation - Etwas für jemand anderen, und besonders für ein Tier, zu machen bringt eine höhere Motivation hervor als für sich selbst. Besonders wenn die Notwendigkeit der Übung nicht gesehen wird, wird sie trotzdem für das Tier erfüllt.

Seit dem Schuljahr 2019/2020 wird das Team im Lietz Internat Hohenwehrda durch Frau Saskia Fitzky als "Fachkraft für Tiergestützte Interventionen" mit ihren beiden Königspudel-Hündinnen Marla (schwarz) und Winnie (braun) unterstützt. Marla, sechs Jahre alt, ist ein ausgebildeter Therapiebegleithund und Winnie, ein Jahr alt, befindet sich aktuell noch in der Ausbildung.  

Saskia Fitzky
Fachkraft für Tiergestützte Interventionen

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Schulformen der Lietz-Internate

Die Lietz-Internate bieten alle allgemeinbildenden Schulabschlüsse an. Ab der Mittelstufe sind als direkte Antwort auf die Entwicklung Ihres Kindes Querversetzungen - also der Wechsel vom Realschulzweig in den Gymnasialzweig - ohne Schulwechsel möglich.

Informieren Sie sich zu den unterschiedlichen Schulformen der Lietz-Internate in unserer
Bildungswege-Broschüre.

Charel Peffer

Schüler

"Ich bin leidenschaftlicher Musiker. Hier auf Hohenwehrda kann ich mein Hobby durch die Gilden und den musischen Schwerpunkt perfekt ausleben und weiter vorankommen. Mir gefällt auch das Zusammenleben mit meinen Freunden. Wir haben viele Freizeitmöglichkeiten, die in der Gruppe einfach mehr Spaß machen. Auch der Zusammenhalt untereinander ist groß. Die kleinen Klassen sind für mich perfekt. Wenn ich Schwierigkeiten in einem Fach habe, kann ich jederzeit auf meine Lehrer zugehen und bekomme immer Hilfe."

Pia Bierfelder

Schülerin

„Vor meiner Zeit hier auf Hohenwehrda war ich auf einer staatlichen Schule auf Mallorca – da gibt es schon sehr große Unterschiede. Der Unterricht hier macht viel mehr Spaß: Man sitzt nicht nur in der Klasse und der Lehrer erklärt vorne etwas, hier bekommt man alles beigebracht, je nach dem, wo die Schwächen liegen. In meiner Freizeit habe ich Klavierspielen und Theater ausprobiert – und schon Fortschritte gemacht.“

Luisa Arnold

Schülerin

"Ich interessiere mich vor allem für Kunst und Theater. Ich hätte nie gedacht, dass einmal ein von mir gemaltes Motiv für so ein großes Projekt wie für die Erstellung der Hohenwehrda-Tassen verwendet wird. Darauf bin ich sehr stolz. Meine drei großen Brüder waren auch schon hier. Ich denke das Internatsleben hat mir mehr Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet, die ich anderswo nicht bekommen hätte. Ich verstehe mich hier mit allen Lehrern gut und habe hier viele tolle Freunde, mit denen ich zusammenleben kann."

Sascha Althans

Schüler

„Eigentlich war ich nicht gerade begeistert, ein Internat zu besuchen, aber durch den Zusammenhalt unter den Schülern und das gute Lernklima hat mir die Zeit in Hohenwehrda sehr für mein Leben weitergeholfen. Auf der staatlichen Schule kam ich – auch durch viele Umzüge – nicht gut zurecht, hier ist das anders. In meiner Freizeit laufe ich im Rahmen der Laufgilde sogar bei Marathons mit, das ist echt toll.“
 
 
 

Edda Rack

Schülerin

„Besonders toll am Leben auf Hohenwehrda ist, dass ich die ganze Zeit mit meinen Freunden zusammen sein kann. Die Freundschaften entwickeln sich hier viel enger, als auf einer normalen Schule, da wir jeden Tag gemeinsam Zeit verbringen. Auch das Lernen fällt leicht, da ich bei Problemen jederzeit einen Lehrer fragen kann.“

Jutta Birfelder

Mutter

„Meine Tochter ist mit zwölf Jahren nach Hohenwehrda gegangen und war vom ersten Tag an glücklich. Sie hat sich sehr gut entwickelt, ist sehr selbstständig geworden, und nimmt ihr Leben schon in jungen Jahren dadurch in eigene Hände. Als Einzelkind haben zuhause immer die Geschwister gefehlt und durch die anderen Kinder im Internat hat sich ihre soziale Ader sehr ausgeprägt. Für mein Kind war es sicherlich die beste Entscheidung, auch weil wir in Spanien leben und sie hier eine bessere schulische Ausbildung erhält.“
 

Digital gestütztes Lehren & Lernen

  • iPads im Unterricht
  • Digitale Tafeln (Interaktive Whiteboards)
  • Moderne, digitale Wissensvermittlung mit bewährten Lernmethoden
  • Digitale Medien kompetent & verantwortungsvoll nutzen
  • E-Learning in der E-Phase E-International

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