Projektwoche: Afrodeutsche Mo Asumang beeindruckt Haubindas Schülerschaft mit ihren Erlebnissen

Projektwoche im Lietz Internatsdorf Haubinda

Reisen bildet - diese Weisheit erkannte schon früh der reiselustige Johann Wolfgang von Goethe.

Aus dieser Erkenntnis heraus unternehmen die Schüler im Lietz Internatsdorf Haubinda jeweils zu Schuljahresbeginn eine Projektfahrt und erkunden markante Ziele in Deutschland. In Zeiten von Corona fiel dieses Ritual aus - auf Bildung mussten die Schüler der Hermann-Lietz-Schule dennoch nicht verzichten. Im Gegenteil: In der Projektwoche "Rassismus und Antisemitismus" wurden aktuelle Probleme in zahlreichen Workshops bearbeitet.

Beeindruckt waren die Schülerinnen und Schüler vor allem von Gastreferentin Mo Asumang. Die afrodeutsche Filmregisseurin, Fernsehmoderatorin, Bestseller-Autorin, Schauspielerin, Sängerin, Synchronsprecherin, Künstlerin und Filmproduzentin, erzählte von ihren persönlichen Erfahrungen mit Rassismus und stellte sich den Fragen der Zuhörer.

Vorbereitet wurde die Projektwoche von Doreen Bärwolf, Stefan Müller und Katja Merz. "Das Thema lag mir persönlich sehr am Herzen. Wenn man von Schülern immer wieder Begriffe wie Lügenpresse und vieles mehr hört und Berichte über den aktuellen Bewegungen wie Black lives matter mitbekommt, finde ich es gerade als Geschichtslehrerin wichtig, mit den Schülern ins Gespräch zu kommen und aufzuklären", so Doreen Bärwolf, in deren Händen die Organisation zusammenlief.

Anfang Juni begann die Vorbereitung für die Klassenstufen sieben bis neun. Vierzehn Themen wurden den Lehrkräften zur Auswahl gestellt, daraus ergaben sich schließlich neun Workshops, die im Tandem von den Kollegen betreut wurden. Die zehnten Klassen arbeiteten unter pädagogischer Anleitung an ihren Jahresarbeiten.

Lob zollt dabei Projektleiterin Bärwolf allen Kollegen für ihre Kreativität und ihr Engagement. Ein weiterer Dank gilt Stufenleiter Uwe Löffler für seine Flexibilität und sein Organisationstalent beim Stundenplanmanagement sowie Tom Hofmann, der wie gewohnt lautlos für den guten Ton bei Vorträgen sorgte und nebenbei die digitale Technik im Netzwerk des Internatsdorfs unter Kontrolle hatte.

Themen der Workshops:

  • Judentum und Antisemitismus (Wüscher/ Reiber)
  • Warum wird ein Mensch zum Massenmörder (Schlegel/Müller)
  • Hass biologisch/wissenschaftlich betrachtet (Tanzberger/Weikard)
  • USA Geschichte und Black lives matter (Strobel/Methews)
  • Rassismus in Deutschland und was man dagegen tun kann (Schmidt/Hofmann)
  • Umfrage in der Schülerschaft zum Gedankengut Rassismus (Lautensack mit PPA Gruppe)
  • Menschen gegen Rassismus (Bärwolf, D. /Notzke, D.)
  • Asyl in Deutschland (Trautvetter/Cole)
  • Der Mohr in Coburg - Wahrzeichen oder Rassismus (Löser/Rosenthal).

In Rollenspielen, Vorträgen, Diskussionsrunden, Recherchen im Internet, Gruppen- und Stillarbeit, Exkursionen und Filmbeiträgen wurde in unterschiedlichster Form kreativ gearbeitet. Ergänzt wurde das Programm von zwei Gastrednern. Zunächst referierte Thomas Helbing vom Thüringischen Innenministerium, zuständig für Prävention und Extremismus. Dabei ging er auch auf aktuelle Aktivitäten aus der rechtsradikalen Ecke ein, versuchte im Dialog mit den Schülern das Thema anzugehen.

Höhepunkt der Projektwoche war am Donnerstag der Besuch von Mo Asumang. In Kassel geboren, mit einem Vater aus Ghana und einer deutschen Mutter, erlebte sie bereits mit zwei Jahren Rassismus - allein wegen ihrer Hautfarbe verlor die Familie ihre Wohnung. Die engagierte und vielseitige Künstlerin erzählte von ihren unterschiedlichen Erfahrungen, hatte dazu auch einen Film mitgebracht, den sie gedreht hatte. Dabei wagte die afrodeutsche Mo Asumang ein spektakuläres journalistisches Experiment. Mutig und entschlossen suchte sie die offene Konfrontation mit rechten Hasspredigern - unter 3000 Neonazis auf dem Berliner Alexanderplatz, bei einem rechten Star-Anwalt, unter braunen Esoterikern, auf einer Neonazi-Dating-Plattform, ja sogar bei Anhängern des Ku-Klux-Klans in den USA. Sie begegnete Menschen, die sie hassen - und entlarvte sie dadurch.

"Manche würden das, was ich erfahren habe, Rassismus nennen. Manche sagen Fremdenfeindlichkeit, und das wird es immer geben, viele erkennen es wieder als eine Form des Mobbings. Doch egal, wie man dazu sagt, es wird verübt von Menschen, die einen aus den unterschiedlichsten Beweggründen heraus klein machen, die einem das Selbstbewusstsein rauben wollen oder sogar das Leben. Aber es gibt Gegenmittel", gibt sich Mo Asumang kämpferisch. Und sie hat gelernt die Kampfstrategien der Rassisten umzudrehen, ohne jedoch selbst diesem Hass zu verfallen.

Text und Bilder: Volker Kilgus

Projektwoche im Lietz Internatsdorf Haubinda
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