Projektwoche der besonderen Art auf Schloss Bieberstein

Projektwoche der besonderen Art im Lietz Internat Schloss Bieberstein

Begrüßung Ideenwettbewerb durch Schul- und Internatsleiter Oliver Dietz

Überraschend wandelte sich die Woche zu einem lebhaften Austausch über die Bildung der Zukunft zwischen namhaften Pädagogen und unseren Schüler:innen.

Unsere Projektwoche begann wie eine normale Projektwoche mit der Wahl und Verteilung von Themen aus der Sammlung der sog. 17 SDGs. Schüler- und Lehrerschaft sollten sich vom 21. bis 25. November 2022 zusammenfinden, um in Kleingruppen Ideen zu erarbeiten und zu diskutieren, um für uns nachhaltige Prozesse zu formulieren.

Die Projektwoche war als Ideenwettbewerb gestaltet. Zunächst nahmen alle Gruppen nacheinander globale, nationale sowie letztlich lokale Perspektiven in den Blick, um die Frage, wie jede:r Einzelne sich für eine nachhaltige Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft engagieren kann, zu diskutieren. Die anfängliche Skepsis der Schüler:innen verflog rasch, als sie beim Runterbrechen aller Probleme auf die regionale und gar individuelle Ebene entdeckten, dass sie mit ihren Vorschlägen zur Neugestaltung vieler Prozesse beitragen können (Optimierung der Sporteinrichtung, Menüplan, Umgang mit Wasser etc.) und so motivierende Selbstwirksamkeit erfahren. Besonderes Augenmerk galt u.a. der Arbeit mit konkreten Verbrauchsdaten des Schlosses (Energieaufwand, Nahrungsmittelkosten). Diese wurden von den Schüler:innen kritisch analysiert und führen im Ergebnis zur erhofften gesteigerten Achtsamkeit und nachhaltigerem Verhalten.

Zur großen Überraschung der Schüler:innen begleitete Otto Herz (78) die Projektwoche mit seinen kurzweiligen und lebensklugen Beiträgen. Der einstige Oberleiter der Hermann-Lietz-Schulen trug den Teilnehmer:innen mit seiner so mitreißenden wie vitalen Art seine vielbeachtete Auffassung über Bildung und Lernen vor. „Mut zum Träumen, Mut zur Verantwortung wie auch Mut zum FREI DAY“ lauteten seine Devisen, die er in seinem Grußwort an die Biebersteiner Gemeinschaft übermittelte.

Mit Alex Zollmann, dessen Vater und Großvater Leiter auf Schloss Bieberstein waren, erschien ein weiterer versierter Gast zur Projektwoche. Er war für die Gruppe „Hochwertige Bildung“ ein willkommener Gesprächspartner. Auch Margret Rasfeld, die Initiatorin von „Schule im Aufbruch” und eine der einflussreichsten Pädagoginnen Deutschlands, besuchte das Schloss und trat vehement für neue Weichenstellungen in der Bildungslandschaft ein. Sie fordert und begleitet ein Umdenken in den Bildungsbehörden und tritt sehr entschlossen für einen “Frei Day” ein. An einem Tag in der Woche sollen ihrer Meinung nach Projekte mit Lebensweltbezug den verschlankten Lehrplan ergänzen.

Zusätzliche neue und interessante Einblicke in die Zusammenhänge von Lernen und nachhaltiger Bildung wurden Mittwochabend im Rahmen einer Podiumsdiskussion zum Thema „Zukunft der Bildung – Bildung der Zukunft“ vermittelt. Endlich, am Ende der Woche, stellten sämtliche Projektgruppen die durchlebten Prozesse mit den entsprechenden Ergebnissen vor und beantworteten die Fragen aus Jury und Publikum. Dann wurde über die Ideen abgestimmt.

Die Schüler:innen der Gruppe „Saubere Energie“ freuten sich über den ersten Platz der Publikumswahl. Ihre Wirtschaftlichkeitsprüfung einer 36 kWp PV-Anlage auf zwei nicht denkmalgeschützten Dächern des Gymnasiums gewann den Ideenwettbewerb insgesamt. Die Jury aus Vertreter:innen aller Gremien der Trägerstiftung überzeugte die Idee, Partnerschaften sowie den Nachhaltigkeitsgedanken als künftige UNESCO-Projektschule zu stärken, am meisten. Die unmittelbare Nähe zum Biosphärenreservat Rhön verstärkt die Überlegung, einen entsprechenden Bewerbungsprozess (über vier bis sechs Jahre) zu starten.

Während der Projektwoche fanden weitere Aktivitäten statt. Die Klasse 10G besuchte für zwei Wochen die Partnergemeinde Hofbiebers, die Unione Montana Acquacheta in der Emilia Romana (Italien). Neben Stadt- und Betriebsbesichtigungen traf sie auch mit Jugendlichen zusammen, um sich mit ihnen über deren Auffassungen zur Bildung für nachhaltige Entwicklung auszutauschen.

Währenddessen kümmerte sich die Klasse E-International in Nepal um die Wiederaufnahme der coronabedingt unterbrochenen langjährigen Unterstützung des PAORC-Kinderheims in der abgelegenen Region Gorka. Am Freitag jedoch widmete sich auch diese elfte Klasse online dem “Planspiel Energiewende” des Civic-Instituts für internationale Bildung und diskutierte dabei Szenarien zur Ausweitung der Windkraft.

So bleibt am Ende der Wunsch, alle Projekte in nachhaltige Prozesse zu überführen, womit der Sinn individuellen und kollektiven Lernens für alle bestätigt würde.

Projektwoche der besonderen Art im Lietz Internat Schloss Bieberstein
Nachhaltigkeitspolitik, Globale Nachhaltigkeitsstrategie - Screenshot von der Website der Bundesregierung
Projektwoche der besonderen Art im Lietz Internat Schloss Bieberstein
Projektwoche der besonderen Art im Lietz Internat Schloss Bieberstein

v. links: Otto Herz, Lehrkraft Heiner Wittmann

Projektwoche der besonderen Art im Lietz Internat Schloss Bieberstein

vorne rechts: Alex Zollmann

Projektwoche der besonderen Art im Lietz Internat Schloss Bieberstein

links: Margaret Rasfeld

Projektwoche der besonderen Art im Lietz Internat Schloss Bieberstein

Plakatwände zu den Ideen

Projektwoche der besonderen Art im Lietz Internat Schloss Bieberstein

Plakatwände zu den Ideen

Projektwoche der besonderen Art im Lietz Internat Schloss Bieberstein

Rangfolge und Siegerprämien des Ideenwettbewerbs

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