Kochkünste in Bieberstein
In den Projekttagen drehte sich bei uns (Shafagh Noushinfar, Felix Scholz, Sarah König, Phillip Ernst, Vinzenz von Eickstedt, Dominik Hartogs, Phillip Schmid, Nicolas Wagner, Nina Bambauer, Enrico Casanova) alles um einen super Kochkurs, welcher von der Teestubenleiterin Anette Penack durchgeführt wird.
Begonnen hat alles am Montagmorgen, den 18.05.2009 in der Teestube. Dort trafen sich erst einmal alle zur Hauptbesprechung, dessen Hauptaugenmerk auf die bevorstehenden Tage und zu kochenden Mahlzeiten gerichtet war. Geplant waren für Montag Schaschlikspieße mit Reis und Kopfsalat, zum Nachtisch gab es Eis am Stiel in allen möglichen Variationen, welche aus dem Hause Wagner stammten. Zur Zubereitung stellten wir einen Biertisch und Bierbänke in der Teestube auf und einen zweiten Herd, um die Arbeit besser aufteilen zu können. Um mit der eigentlichen Kocharbeit beginnen zu können, fuhr Anette ins Dorf, um die benötigten Zutaten zu erwerben. Als dann schließlich die Vorarbeit geleistet war, ging es an die Zubereitung! Ein Teil setzte sich an die Bierbänke und schnitt das Fleisch in Schaschlik gerechte Stückchen zu, während die anderen das Gemüse, welches auf den Schaschlikspieß gesteckt wird, schnitten. Im Anschluss daran verzehrten wir die Schaschlikspieße mit den oben genannten Beilagen und gönnten uns das schon erwähnte Eis am Stiel. Als wir mit dem Speisen fertig waren, kam natürlich die Pflicht auf uns zu; der Abwasch! Als letztendlich auch dieser geleistet war, entließ uns Anette schließlich in unseren wohlverdienten Feierabend.
Dienstag ging es dann auch wieder in alter Frische morgens um 8:30 los!
Diesmal standen Frikadellen und eine Kohlrabisuppe auf dem Speiseplan. Zum Nachtisch sollte es ein Erdbeerkuchen sein. Die Vorbereitung ähnelte der vom Montag, Anette kaufte die Zutaten und wies uns ein. Danach bereiteten wir die Frikadellen mit dem von Anette gekauften Fleisch zu und panierten diese. Ein anderes Team, bestehend aus den Spezialisten Felix und Dominik, bereitete den Erdbeerkuchen mit Hilfe eines Rezeptes zu. Nach dem Verzehr, ging es dann schließlich wieder darum, wer den Abwasch tätigt und den Boden kehrt. Danach hatten wir wieder frei!
Der Mittwoch, gestaltete sich so, dass wir direkt vor der Oase Biertische und Bänke bei schönstem Sonnenschein aufstellten, um zu grillen. Da dazu Fleisch und andere Köstlichkeiten benötigt wurden, fuhren Anette und Phillip ins Dorf, um die benötigten Utensilien einzukaufen. Währenddessen bereitete Nina den Nudelsalat zu, Sarah den Gurkensalat und Nicolas den Kartoffelsalat, während Vinzenz, Felix, Dominik und Shafagh den Grillplatz vorbereiteten. Als alle schließlich anwesend waren, begann das fröhliche Grillfest. Jeder konnte sich seine Lieblingsvariante auf den Grill legen. Enrico zum Beispiel experimentierte mit Backbananen.
Freitag war unser letzter gemeinsamer Vormittag. Dieser diente aber nur noch zur Reinigung der Teestube und aller benötigten Gegenstände. Als krönender Abschluss gönnten wir uns noch ein Eis und ließen die kulinarischen Höhepunkte der Woche Revue passieren.
Sicher profitierte nun der eine oder andere beim Pfingst-Grillen von den leckeren Rezepten.
(Shafagh Noushinfar und Felix Scholz)
Projektfahrt Schottland 2009
Schon vor über 100 Jahren zog es den Gründer unserer Schule in das raue, faszinierende schottische Hochland und auf den Ben Nevis, mit 1343 m der höchste Berg Großbritanniens. Aus diesem Grund entschlossen wir uns in der diesjährigen Projektwoche wie Lietz in Schottland zu wandeln und dieses beeindruckende Fleckchen Erde zu erkunden. In diesem Jahr entschied ich mich nicht direkt auf Lietz Spuren zu wandeln, wie vor 5 Jahren, sondern wählte eine 96 km lange Trekkingroute von Fort William nach Dalwhinnie durch das unbewohnte Hochland, die vorbei an seit 200 Jahren verlassenen Sennereien und Dörfern führt.
Mit vier Schülern und einem Lehrer starteten wir am 21.05.07 Richtung Glasgow und am nächsten Tag mit dem Bus nach Fort William, wo wir unsere Tour bei strahlendem Sonnenschein begannen. Der Weg führte uns in das einzigartige Glen Nevis mit seinen engen Schluchten und vorbei an dem beeindruckenden Ben Nevis mit seinem um diese Jahreszeit noch schneebedeckten Gipfel. Nach ca. 2,5 Stunden Marsch hörte die Schlucht schlagartig auf, und wir befanden uns in den unbewaldeten Highlands, welche wir nun drei Tage lang nicht mehr verlassen würden.
Gegen 19.30 Uhr entschieden wir uns im Bereich einer der Quellflüsse des Nevis ein sicheres Lager aufzubauen, was sich als nicht so einfach erwies, da sich, bedingt durch die Regenfälle der letzten Wochen, der Boden stark aufgeweicht hatte, dennoch fanden wir ein trockenes Plätzchen. Unsere zwei Zelte waren schnell aufgebaut, und der erste Tag endete mit einer warmen Mahlzeit und heißem Tee. Nach einer beengten und kalten Nacht starteten wir am nächsten morgen zu unserer zweiten und schwersten Etappe, die uns in eine der rauesten Regionen Schottlands führte. Morgens um 9.30 Uhr starteten wir zu unserer großen Tour. Der Weg führte uns durch weite Hochmoorflächen und felsige Bachläufe sowie Berge hinauf. Oben erwartete uns eine tolle Fernsicht in die Highlands und ein faszinierendes Spiel aus Licht und Schatten.
Leider schlug das Wetter um, so dass diese Etappe durch den starken Wind und den reichlichen Regen sehr beschwerlich wurde, da der Weg querfeldein durch sumpfige Hochmoortäler führte. Ein wenig Erholung bot eine verlassene Lodge, die zu einer Schutzhütte ausgebaut wurde, in der wir uns eine heiße Suppe kochten, um dann unseren Marsch fort zu setzen. Dennoch schafften wir unser gestecktes Ziel und zelteten am bewaldeten Ufer des Loch Ossian. Die Strapazen des Tages waren allen anzumerken, und nach einem schnellen Abendessen freuten sich alle auf ihren Schlafsack.
Einen letzten, wenn auch traurigen Höhepunkt bot die Übernachtung der letzten Etappe. Wir entschieden uns nach einer sehr anstrengenden Tour vorbei am Gipfel des Ben Alder, der sich leider in dicke Wolken hüllte, in der Culra Bothy, einer unbewirtschafteten Schutzhütte des Ben Alder zu übernachten. In den Abendstunden lichteten sich die Wolken, und wir hatten einen einzigartigen Blick auf den zum Teil schneebedeckten Gipfel des Ben Alder, nichts ahnend, welches Drama sich nur wenige Kilometer entfernt abgespielt haben musste. Mitten in der Nacht kam ein Wanderer in die Hütte auf der Suche nach seinem Trekkingpartner. Die beiden hatten sich im Nebel unweit unserer Route aus den Augen verloren. Eine noch in der Nacht eingeleitete Suchaktion von Bergrettung, Polizei und einem eigens angeforderten Helikopter der Küstenwache blieb anfangs erfolglos und zeigte uns, dass wir uns in einer rauesten und einsamsten Region Europas befinden. Erst in Deutschland zurück, erfuhren wir, dass der Wanderer leider nicht lebend gefunden wurde.
Am nächsten Morgen hieß Abschied zu nehmen von den Highlands, aber dafür erwartete uns in Edinburgh eine heiße Dusche und frische Kleidung, die wir nach fast drei Tagen dringend benötigten. Nach 3,5 Stunden Marsch erreichten wir Dalwhinnie, wo wir gerade noch unseren Bus erreichten, der uns zu unserer lang ersehnten Dusche brachte.
Leider war damit die Projektwoche auch schon fast zu Ende. In Edinburgh erholten wir uns von den Strapazen der letzten Tage und genossen die kulturellen und kulinarischen Highlights der schottischen Hauptstadt. Am 27.05. flogen wir von Edinburgh wieder in die Heimat, aber was bleibt ist der Eindruck einer fast menschenleeren, unberührten, wilden Landschaft.
Kai Müller
Projektwoche 2009 London
Einige volljährige Schüler entschieden sich im Rahmen der Projektwoche zusammen mit Sandra Möllers und Dennis Schäfer die Metropole London zu erkunden. Am Dienstagnachmittag ging es erstmal mit einer anstrengenden Reise los. Genutzt wurden Schienen, Strassen und Wasser auch wenn vielen wohl der Luftweg lieber gewesen wäre. Mittwoch früh erreichten wir London und nach einer Stärkung bei McDonalds und der Abgabe des Gepäcks bekamen wir bei einer Bootsfahrt auf der Themse einen ersten Eindruck der Stadt. Am Nachmittag bezogen wir die Zimmer in unserem Hostel, welches auf den Fotos wohl um einiges besser ausgeschaut hatte als in der Realität. Da wir aber nicht gefahren waren um uns in den Zimmern zu erholen sondern um die Stadt unsicher zu machen, ließ es sich aushalten.
Die nächsten Tage standen im Zeichen von Kultur und Shopping. So konnten wir im British Museum die ägyptische Ausstellung bestaunen und uns englische Sammlungen aus der Zeit der Aufklärung „Enlightment“ ansehen. Einigen Schülern erkundeten den Untergrund und die dunklen Seiten Londons nicht nur in der U-Bahn sondern ließen sich zusätzlich im London Dungeon erschrecken. Der Buckingham Palace konnte nur von außen bestaunt werden, wobei wie die stocksteifen Wachen mit den Bärenfellmützen immer einen Blick wert sind. Erstaunliche Einblicke hingegen lieferte der Tower von London, in welchem wir die „Crown Jewels“ bewundern konnten. Hier äußerte das ein oder andere erwachsene Mädchen doch noch mal den Wunsch Prinzessin sein zu dürfen.
Die Freizeit wurde zum Schoppen genutzt, und so machte man die Oxford- und die Regentsstreet unsicher wobei der einzige Abercrombie and Fitch Landen Europas eine besondere Anziehungskraft auf die Besucher ausübte. Aber auch Harrods, das Traditionskaufhaus, und Hamleys, der riesige Spielwarenlanden, wurden gut besucht.
Abends wurde gemeinsam gegessen und wer noch Kraft hatte nach den langen Märschen des Tages, machte das Nachtleben Londons unsicher. Wobei Pubs aber auch die angesagten Clubs begutachtet wurden.
Am Sonntag machte sich die erschöpfte Truppe wieder auf zum Bus und ertrug die Busfahrt heim in der Vorfreude auf die eigenen Betten.
Auf eine erinnerungswürdige (Bus-)Reise, die Teilnehmer Alexandra Hansel, Leonie Peterle, Rita Torke, Jessica Wienczny, Christian Barbuia, Fabian Thornton, Maximilian Benz, Julian Herres, Lisa Meermagen, Jana Demel, Julia Knöll, Sandra Möllers und Dennis Schäfer.
Sportklettern, Bouldern und Deep Water Soloing auf Mallorca
Der Deutschen liebste Ferieninsel als Schauplatz einer Projektwoche in der gymnasialen Oberstufe bedarf sicherlich einer Erklärung. Zu vielfältig sind Klischees und Vorurteile. Nur passionierte Sportler wissen gleich, worum es geht: Wandern, Laufen, Gleitschirmfliegen, Seekajak, Tauchen, Triathlon, Klettern und, und, und … Mallorca ist ein Paradies für Natursportler und dieses Paradies erkundeten eine ganze Reihe Biebersteiner Schüler, Lehrer und Altbürger in den vergangenen Jahren. Von Marcel Mast und Reiner Lange Anfang des Jahrzehnts bis hin zur ersten bergsportlichen Projektwoche im Jahre 2009.
Drei Themen standen für die im Wesentlichen von unserer Klettertrainerin Mathilde Luxenburger ausgebildeten Teilnehmer auf dem Programm. Es begann mit zwei Tagen Sportklettern in den Calas von Santanyi und Magraner. Kontaktaufnehmen mit dem Kalkgestein und all das anwenden, was in den langen Wintermonaten des Trainings in der Biebersteiner Halle gelernt worden war. Toprope und Vorstieg, Umbinden, Abseilen, das komplette Programm. Mehrere Kletterer erreichten dabei den oberen sechsten Grad. Jeder setzte sich mit seinen persönlichen Grenzen auseinander und versuchte, sie nach oben zu schieben. Zur Erholung lud an den Abenden der Strand der idyllischen Cala Santanyi ein, wo auch unser Hotel lag, das Pinos Playa. Es erwies sich als idealer Ausgangspunkt, denn es bietet schon vom Speisesaal aus einen Ausblick auf das schönste Klettergebiet der Insel und den Strand, der bis zum Dunkelwerden noch Gelegenheit bot, auf der zwischen zwei Palmen aufgespannten Slackline das Gleichgewicht zu trainieren.
Zweites Thema: Bouldern, diesmal nicht mit Weichböden als Sicherung, sondern mit dem Sandstrand der Cala Romantica. Jeder hatte nach einer Aufwärmphase ein Projekt, das er definieren und anschließend üben musste. Für die einen war das ein dynamischer Längenzug, für die anderen ein kniffliger Quergang, wieder andere versuchten sich an einer Kraftausdauereinheit. Bei Temperaturen bis zu 34 Grad ein in jedem Fall schweißtreibendes Unterfangen.
Der Höhepunkt der Woche allerdings sollte noch kommen: Deep Water Soloing. Seilfreies Klettern in überhängendem Gelände über schwimmtiefem Wasser. Eine ganz spezielle Auseinandersetzung mit den persönlichen Grenzen, aber ausgerechnet die Disziplin, vor der die Lehrer am meisten Respekt hatten, geriet für etliche Schüler zum Hochgenuss. Direkt unter dem Hotel lag eine Grotte mit einem Dach ca. vier Meter über der Wasseroberfläche sowie mehrere Routen, die bis zu acht Metern hinaufführten. Hier ging es nicht nur um Kletterei bis zum siebten Grad sondern auch um die Frage: Klettere ich weiter bis ich falle, oder gehe ich zurück? Wie hoch hinaus traue ich mich? Bis zu welcher Höhe kann ich einen Sturz noch kontrollieren? Praktisches Risikomanagement war gefragt, der schmale Grat zwischen den maximalen eigenen Fähigkeiten, dem permanenten Gruppendruck, der Abenteuerlust und der Vernunft musste beschritten werden. Kein Teilnehmer kam ohne blaue Flecken davon, aber verletzt wurde niemand, denn alle schafften es, sich auf diesem Grat sicher zu bewegen. In der Cala Santanyi ebenso wie in an einem langen Quergang in der Cala Marsal und am natürlichen Triumphbogen von Es Pontas, wo bis vor kurzem noch die schwerste Kletterroute der Welt gelegen hatte. Viele versuchten, ihre Nervenstärke durch Sprünge von den Klippen ins 20 Grad warme Meer zu verbessern und am Ende stand für alle ein persönlicher Gewinn an Fachkompetenz, an Klettertechnik und Selbstbewusstsein. Was kann man von einer Projektwoche mehr erwarten?
Jetzt freuen wir uns schon auf den Film, der mit der Kamera aus Hohenwehrda gedreht wurde und der im Herbst in einer Kapelle gezeigt werden soll. Ein großes Lob an die Teilnehmer Ferdinand Scheubeck, Matthias Gerke, Timothy Friedrich, Paul Kilgus, Jan Blume, Tim Kindinger, Marc-André Fuchs, Telli Diallo, Sebastian Serrand und Burkard Reetz.
Reiner Lange










































