Familienausflug in den Hochseilgarten Schlitz
Der 12. Juni 2010 wird den Mitgliedern der Heimfamilie Wies noch lange Zeit in Erinnerung bleiben, denn an diesem Tag sind wir in den Hochseilgarten nach Schlitz gefahren. Nachdem zu Beginn Sätze wie „Das ist ja viel zu einfach“ oder „Das ist ja gar nicht so hoch“ fielen, wurde es sehr ruhig, als es ans Klettern ging und das Geschehen von zehn Metern über der Erde betrachtet wurde.
Auf einmal war gar nichts mehr einfach und die Herausforderungen, die ein Hochseilgarten an einen stellt, wurden schnell allen klar. Von oben sieht es manches ganz anders aus...
Auch die Team-Spiele, die zu Beginn mit Skepsis bedacht wurden, erfuhren spätestens jetzt ihren Sinn. Denn wenn eines wichtig war an diesem Tag, dann Teamwork! Aber ich muss sagen, ich bin stolz auf meine Truppe, alle haben die Herausforderungen super gemeistert und toll zusammen gearbeitet.
Anhand der Impressionen aus dem Hochseilgarten wird klar - auch Pause muss manchmal sein…
Fazit: Der Tag war sehr schön, hat allen gut gefallen und jedem – aber vor allem der Familie – etwas gebracht!
Tagesritt der Reitgilde auf die Milseburg
An einem wunderschönen Sonnentag eines Präsenzwochenendes hat sich die Reitgilde entschlossen, einen Tagesritt auf die Milseburg durchzuführen. Schon morgens früh haben wir uns im Stall getroffen, um die Pferde und uns startklar zu machen – 5 Teilnehmer waren wir insgesamt. Nachdem wir die Lunchpakete und Getränke in die Satteltaschen gepackt hatten und die Halfter verstaut waren, ging´s auch schon los…
Da das für mich und die neu erstarkte Reitgilde der erste große Ausritt war und ich mich auch noch nicht so gut in der Rhön auskenne, haben wir uns auf dem Hinweg des Öfteren verritten und sind nach dreieinhalb Stunden auf der Milseburg – ganz oben wohl gemerkt – angekommen.
Aber das Einschlagen falscher Wege gehört zum Spaß dazu und wir haben tolle Wege im Wald und auch eigentlich nicht vorhandene Wege erkundet. Auf jeden Fall haben wir uns – und auch die Pferde – die Pause auf der Hütte redlich verdient und sie dementsprechend genossen…
Nach einer schönen Pause mit super Aussicht, haben wir uns dann auf den Heimweg gemacht, der dann ohne Verreiten auch nur knapp zwei Stunden gedauert hat. Insgesamt waren wir alle nach acht Stunden wieder wohl behalten zu Hause und haben am nächsten doch alle deutlich gemerkt, welche Muskeln beim Reiten verstärkt genutzt werden.
Aber in einem waren wir uns einig: Das müssen wir unbedingt noch einmal machen!
Aus Liebe zur Weisheit
Sonja Heinz gründet eine Philosophiegilde
Nachdem sie das Rollenspiel auf Bieberstein wieder hoffähig gemacht und in den Stand einer Gilde erhoben hat, ist Sonja Heinz, ihres Zeichens katholische Religionslehrerin, mit einem neuen Projekt im Gildenangebot Biebersteins vertreten. Sie will der Philosophie zu neuen Ehren verhelfen, nachdem schon eine ganze Weile im Kollegium darüber diskutiert wurde, dass eine solche Veranstaltung unser Angebot an Gilden bereichern würde und dass es sich eigentlich gezieme, wenn schon nicht einen Kurs, so doch wenigstens eine Gilde anzubieten.
Jeden Montagabend treffen sich nun die Jungphilosophen in der Wohnung von Sportlehrer Lange, der ebenfalls teilnimmt, und loten bei Cappuccino, Tee, Keksen und klassischer Musik die Tiefen des menschlichen Geistes aus. Warum Kekse und Getränke? Schon Brecht wusste: „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“. Und auch die Biebersteiner Philosophenriege ist überzeugt, dass ein wenig kulinarische Supplementierung dem Philosophieren durchaus noch eine neue Dimension verleihen kann.
Und natürlich bieten schon die Vorväter dieser Wissenschaft, allen voran natürlich Plato, viel Stoff zum Philosophieren. Was zum Beispiel hat die platonische Ideenlehre mit der Bundestagswahl zu tun? Welches Vertrauen darf ein Mensch in seine intuitive Erkenntnis haben und wie viel Expertenrat braucht er? Können uns die alten Griechen auch heute noch etwas sagen, das der Unerbittlichkeit des Wirtschaftlebens im 21. Jahrhundert standhält? Brauchen wir Entscheidungsträger, die geisteswissenschaftlich geschult sind?
Diese und viele weitere Fragen stellen sich die jungen Philosophen, angeleitet durch die engagierte Moderation ihrer Religionslehrerin und jedes Mal wird so intensiv diskutiert, dass die anschließende Rollenspielgilde mal wieder zu spät anfängt. Nach den Klassikern wollen natürlich auch die neuzeitlichen Philosophen behandelt werden, also hören wir Referate über Feuerbach, Nietzsche und Marx, fragen uns wie sie die moderne Welt bereichert haben und ob sie noch immer relevant sind?
Am Ende des Schuljahres schließlich werden die Philosophen des zwanzigsten Jahrhunderts stehen, die nach der Verantwortung des Einzelnen und seinen Einflussmöglichkeiten in einer sich immer schneller wandelnden Welt fragten. Die Welt ändert sich, wir sind ein Teil von ihr, wandeln uns mit ihr und wir diskutieren engagiert darüber.
Reiner Lange
Mannschafts-Europameistertitel für die Leiterin der Biebersteiner Reitgilde
Mit einem Mannschafts-Europameistertitel vom Haflinger Europa-Championat in Meran kehrte die Steinauerin Melanie Wies jetzt stolz zurück. Ausgelobt wurden die Titel in den Disziplinen Dressur, Springen, Vielseitigkeit, Western, Galopp und Trab. Den Titel erkämpfte sich die 34-Jährige mit ihrem Pferd Abba im Springen Klasse L, mit ihren Mannschaftskameraden aus der deutschen Equipe. Im Dressur-Einzel landete sie auf Rang zehn. Veranstalter war der Südtiroler Haflinger-Pferdezuchtverband und der Europäischen Verband der Haflinger Pferdezüchter.
Melanie Wies ist nicht nur auf ihren Titel stolz, sondern vor allem auf ihr Pferd Abba, mit dem sie seit etwa eineinhalb Jahren auf Turnieren unterwegs ist, um Punkte zu sammeln. Denn nur die acht punktbesten Teilnehmer aus ganz Deutschland kamen in den Genuss, nach Südtirol zu dem Championat, das alle drei Jahre stattfindet, fahren zu dürfen.
So startete die Lehrerin, die auf dem Hof Domäne Hundsrück in Steinau ihr Domizil hat, mit dem elfjährigen Haflinger auf Turnieren in Prüfungen auf A- und L-Niveau sowohl im Springen als auch in der Dressur gegen starke Konkurrenz, vor allem im Großpferdebereich. „Dabei haben wir uns gut durchgesetzt. Beispielsweise konnten wir in Hilders einen dritten Platz in der L-Dressur erreichen“, erzählt Wies stolz. Sie kennt ihr Pferd Abba, seit es drei Jahre alt ist und das eigentlich als Freizeitpferd gekauft worden war. Doch schon bald erkannte die Reiterin, die im Turniersport keine Unbekannte ist, dass mehr in dem Tier steckt: „Er ist sehr motiviert und talentiert und so haben wir ihn seit zwei Jahren gezielt auf das Championat in Meran vorbereitet“, berichtet Wies, die viel Zeit auf dem Pferderücken verbracht hat.
Zwei- bis dreimal in der Woche hat sie mit ihren Trainern gearbeitet und den Rest der Woche das Gelernte selbst vertieft. Viel Zeit hat sie währenddessen auch in Turnierstarts investiert. Für die Springarbeit hatte sie Harry Kappel engagiert, der selbst äußerst erfolgreich bis zur Klasse S reitet. Die Dressurstunden gaben ihr sowohl Mareille Krause als auch Christiane Lautze-Borschel. Beide sind als anspruchsvolle Ausbilderinnen und Turnierrichterinnen bekannt.
Die qualifizierte Hilfe war auch angebracht, denn die Veranstaltung in Meran verlangte ein hohes Niveau. Immerhin waren 270 Starter aus zehn Nationen vor Ort und sorgten für hochwertigen Sport und eine einzigartige Atmosphäre. Vor allem war es für Melanie Wies ein tolles Erlebnis, das sie nicht missen möchte. Und wer weiß, vielleicht startet sie 2012 erneut mit Abba bei dem Championat, das dann in der Tschechischen Republik stattfindet.
Kaspar kommt wieder nach Hause
Am 29.03.2010 war es endlich so weit: Mit dem Pferde-Anhänger ging´s nach Fulda zum Reitstall Adolphseck, um unser langjähriges Schulpferd Kaspar wieder zurück nach Bieberstein zu bringen. Nachdem wir doch einige Zeit brauchten, um Kaspar zu überzeugen, auf den Hänger zu gehen, haben wir ihn sicher auf die Weihersmühle zurück gebracht. Mit einem lauten Wiehern hat er sofort seine alte Heimat begrüßt und sich in seiner neuen alten Box sehr schnell über Heu und Stroh her gemacht.
Kaspar ist eins von fünf Schulpferden, die der Reitgilde ab jetzt zur Verfügung stehen. Mit einem neuen Angebot sowohl für Freizeitreiter als auch für Turnierreiter, Anfänger und Fortgeschrittene und einfach alle, die Pferde mögen, startet die Reitgilde neu durch. Im Zuge dieses Neustarts wollen sich die anderen Schulpferde auch kurz vorstellen:
Da wäre zum einen Andiano, ein neunjähriger Haflinger-Wallach, der Springen und Dressur gehen kann, aber doch des Öfteren zur Arbeit überredet werden muss. Im Gelände kann sich das allerdings auch schnell mal ändern.
Der nächste im Bunde heißt Aquitano und ist ein absolutes Arbeitstier, das ab und an zu übertriebener Hektik neigt, im Grunde aber ein sehr liebenswerter Zeitgenosse ist, der jederzeit sein letztes Hemd geben würde. Aquitano ist ein zehnjähriger Wallach und ein absoluter Champion vor der Kutsche.
Ein absoluter Charmeur ist Snake, ein zehnjähriger Welsh-Pony-Wallach, der allerdings nur von fortgeschrittenen Reitern geritten werden kann, da er sehr temperamentvoll ist und Fehler auch nur schlecht verzeihen kann. Aber fortgeschrittene Reiter können alles mit ihm machen, angefangen bei Dressur über Springen bis hin zu Geländereiten.
Der absolute Champion im Stall ist Abba, ein zwölfjähriger Haflinger-Wallach, ausgebildet und erfolgreich unterwegs in Dressur und Springen bis Klasse L und im letzten Jahr in der Siegermannschaft im Preis der Nationen beim Haflinger-Europachampionat in Meran. Springen wurde eigentlich nur für ihn erfunden und die Dressur-Arbeit ist ein notwendiges Übel, das dazugehört.
Work in Progress: Der Raum
Ein kreatives Bauprojekt in vielen Akten
Altbürger erinnern sich vielleicht noch an den alten Raum der Goldschmiedegilde. Oder vielleicht an das frühere Fotolabor? Aus und vorbei. Diese Raumflucht tief unter dem Torhaus gibt es nicht mehr. Hier ist jetzt der „Raum“. Zumindest heißt er so bei Fabian „Beachy“ Thornton, Felix Schatten und Enrico Casanova. Gilde, PA, Freizeit, Präsenzwochenende, Heimfahrwochenende, Ferien, jede freie Minute verbringen sie hier, um aus einer seit längerem ungenutzten Rumpelkammer eine Suite zu machen. Gleichzeitig ist dies auch die Jahresarbeit, die natürlich länger dauern wird als ein Jahr. Über sechzig Quadratmeter harren einer erneuten Inbesitznahme durch die Schülerschaft, das erste Schülerappartement soll in Eigenleistung entstehen. Neben dem Bau des Boulderraumes ein weiteres Projekt in echter Lietztradition.
Die nackten Fakten: 600 € Materialkosten pro Raum, 500 veranschlagte Arbeitsstunden in acht Monaten, die Bauleitung hat unser Schreiner Ralf Breunig.
Als erstes war der hinterste Raum an der Reihe: Entrümpeln war angesagt! Schon das anschließende Streichen der Wände und die kreative Verzierung mit Blumen und Mustern dauerten Monate. Dafür gibt es jetzt einen komplett ausgemalten Raum für DJs und solche, die es werden wollen. Denn der Clou ist die Musikanlage mit zwei Plattenspielern, heutzutage heißt das Turntables, die es ermöglichen, alles zu üben, was DJs so können müssen. In jeder Ecke hängt eine Box für den Surround Sound. Doch damit nicht genug: Vorne ist ein großes Zimmer, das gut und gerne ein famoses Doppelzimmer wäre, hätte man es nur hergerichtet. Die hintere Nische gäbe ein komplettes Bad, der Zwischenraum eine kleine Küche und wenn man den Vorraum noch verputzt und streicht, passt der private Kraftraum auch noch hinein. Und damit beschäftigen die Aktivisten sich zurzeit. Die Wände aufstemmen, um neue Leitungen zu legen, Zeichnungen machen, erst phantasievoll, dann maßstabsgetreu, für die Einrichtungen. Und dann staubige Bauarbeit. Aber inzwischen kann man zumindest schon erkennen, was hier einmal das erste Schülerappartement werden soll. Wir werden über den Fortschritt der Arbeiten berichten.
Reiner Lange
Reitgilde und -PA
Die Hermann-Lietz-Schule, Schloss Bieberstein besitzt zwei schuleigene Pferde, die in der Reitanlage des Reitclub Fulda e. V., Schloss Fasanerie in Eichenzell b. Fulda, untergestellt sind - Kaspar und May Be.
Der Schwerpunkt der Gilde liegt auf den sozialen, pädagogischen, gesundheitlichen und allgemeinen Werten der Freizeitreiterei. Die Schüler und Schülerinnen werden in die Pferdepflege(Haltung, Pferdekrankheiten), Fütterung, und Stalldienst mit eingebunden.
Im Vordergrund steht die Übernahme von Verantwortung und Teamfähigkeit.
Die Jugendlichen lernen in der Gilde die Grundbegriffe des Reitens, dazu gehören z.B. die Gangarten des Pferdes, Anreiten und Schritt reiten, sicher im Sattel – Parade und Absteigen, das Reiten von Wendungen, Aussitzen und Leichttraben, vom Trab zum Galopp-Jagdgalopp und Gymnastik im Sattel.
Ziel ist der Ausritt im Gelände. Im Umgang mit dem Pferd lernen die Jugendlichen genau zu beobachten, sich einzufühlen und eigene Schwächen und Grenzen zu erkennen. Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen werden durch das Anerkennen von Korrekturen und Regeln gefördert, da der Jugendliche lernt mit dem Pferd umzugehen.
Dorothea Leibold, Sozialpädagogin
Die Mathematik-Gilde fördert Freude am Denken
Ganz genau oder ungefähr?
Vor einem halben Jahr wurde passend zum Beginn des Jahres der Mathematik 2008 in Bieberstein die Mathegilde gegründet. Ein an der Tür Lauschender wundert sich: „ich dachte, da findet die Mathegilde statt, warum lachen die so viel?“ Ausgangspunkt aller Treffen ist der Spaß am Denken, wir lachen viel, weil wir viele Fehler machen, witzige Probleme lösen: Zum Beispiel wollten wir herausfinden, wie viele Ministyroporkugeln in die Füllung eines Sitzsackes passen oder wie viel Prozent Luft in der Verpackung von Schokokugeln ist. Wir planen Lösungswege, diskutieren sie, verwerfen sie – der einer arbeitet an diesem, der andere an einem ganz anderen Problem. Das Ergebnis am Ende erscheint fast unwichtig zu sein.
„Sag mal, was machst du grad?“ – Ideen werden ausgetauscht, Verbesserungsvorschläge gemacht, am liebsten lachen wir über „dumme Fehler“.
Mir als Lehrerin fällt auf, wie aufmerksam die Schüler miteinander umgehen, wie sie Spaß am Problemlösen und am Diskutieren unterschiedlicher Lösungsmöglichkeiten entwickeln, und wie viel Energie sie entwickeln. Freude am Denken!
(Ulrike Kramer, Lehrerin in Bieberstein)
Business-English
Seit diesem Jahr wird auf Schloss Bieberstein Business-English als Ergänzungsangebot zu unserem von Prof. Dr. Feldmann geleiteten WiWi-LK unterrichtet. Dieses Projekt von Herrn Kaiser erfolgt in Absprache mit Prof. Dr. Feldmann.
Herr Prof. Dr. Feldmann ist zurzeit dabei, ein Wirtschafts- und Sprachenprofil zu entwickeln, an welchem sich dann auch der neue Business-English-Course orientieren wird. Angedacht sind Projekte in und mit lokalen Unternehmen, um die Hermann Lietz-Schule mehr in die Umgebung zu integrieren.
Den Schülern wird zusätzlich die Möglichkeit angeboten werden, das Zertifikat für Geschäftsenglisch von der Britischen "Chamber of Commerce" zu erwerben.
Rudy Kaiser


























