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International relations

Freundschaftsbesuch der Doga-Schule aus Istanbul

Türkischer Besuch in Bieberstein: Zu einem ersten Treffen mit der Hermann-Lietz-Schule in Hofbieber war eine Delegation der Doga-Schule aus der Türkei angereist - der Gegenbesuch ist bereits für den kommenden Mai in Istanbul vorgesehen. Maßgeblich organisiert und durchgeführt hatte diesen Austausch Rudolf Kaiser.

Insgesamt 14 türkische Schüler sowei ein türkisches Lehrer-Ehepaar genossen unter Leitung von Dr. Said Cakir, Fachbetreuer für Geographie an allen Doga-Schulen, ein Wochenende gemeinsam mit 18 Schülern der HL-Schule und Rudolf Kaiser sowie dessen Projektpartnerin und Kollegin Renate Thomale.

Die Doga-Schule ist eine türkische Privatschule, die unter der Schirmherrschaft der westlich orientierten Atatürk-Stiftung steht. An drei Standorten in und um Istanbul unterhält die Schule Unterrichts- und Sporteirichtungen neuester Bauart und modernster Ausstattung.
Weitere Schulzentren existieren an anderen Orten in der Türkei. Die Delegation, die nun eine Freundschaft mit dem Internat Schloss Bieberstein aufgebaut hat, stammt aus der Istanbuler Teilschule Bostanci Doga Anadolu Lisesi. Die Schule legt großen Wert auf ein hervorragendes Abschneiden in fachlichen und sportlichen Wettbewerben auf internationalem Niveau.

Weitere Informationen erhalten Interessierte unter nachfolgendem Link:
www.dogacollege.com

Die Altbürger werden’s schon richten,  Teil soundsoviel!

Und wieder haben es die Altbürger gerichtet! Mathilde Luxenburgers Wunsch, den Natursport auf Bieberstein um eine weitere Disziplin zu bereichern, wurde durch mangelnde pekuniäre Disponibilität gebremst. Und an wen richtet sich der, sorry, die sportliche Biebersteinerin in einer solchen Situation? Natürlich an Georg Schweizer und seine Mannen. Und nachdem der Altbürgerverein schon bei Kraftraum und Kletterwand, bei Lietz Expeditionen und anderen Gelegenheiten geholfen hatte, fanden wir auch in diesem Fall ein offenes Ohr. Darum gibt es ab sofort auf Bieberstein einen Satz Schneeschuhe samt Gamaschen und Stöcken. Auf dass die winterliche Pracht auch auf eine ganz neue und für die Schülerschaft ziemlich ungewohnte Art und Weise genossen werden kann.

Kaum waren die Schneeschuhe eingetroffen war auch der erforderliche Neuschnee da (Haben die Altbürger dabei vielleicht auch die Hand im Spiel gehabt?) und gleich am ersten Wochenende nach Weihnachten zog es die erste Gruppe von Wanderern auf die Wasserkuppe. Unterhalb des großen Parkplatzes ging es los und gleich querfeldein. Denn das ist das Schöne an den Schneeschuhen: Man kann ohne weitere Vorbereitung, ohne technische Übungen, ohne Lifte oder Loipen gleich mitten ins Gelände spazieren, was ein Naturerlebnis der besonderen Art vermittelt. Entsprechend begeistert waren die Teilnehmer und absolvierten einen Marsch einmal rund um die Wasserkuppe herum. Mit dem obligatorischen heißen Kakao am Ende.

Und so haben es die Altbürger mal wieder gerichtet und Biebersteiner um eine neue natursportliche Disziplin bereichert.

Reiner Lange

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Weihnachten ist ganz schön stressig …

… zumindest im Internat. Zuerst wollen natürlich die Lehrer in allen schriftlichen Fächern noch schnell eine Klausur schreiben, damit sie in den Ferien was zu korrigieren haben, dann gibt es immer einen recht hohen Krankenstand, es gilt noch einige sportliche Herausforderungen zu meistern z. B. das Fußballweihnachtsturnier, jede Heimfamilie will eine Heimfamilienweihnachtsfeier machen, wenn möglich natürlich mit Wichtelgeschenken. Der Weihnachtsmarkt fordert alle Aufmerksamkeit, und dann folgen natürlich die festliche Weihnachtskapelle, das große Weihnachtsessen und der Weihnachtsshop, natürlich mit Besuch etlicher Altbürger. Geschenke wollen auch noch gekauft werden. Und wenn die Schüler dann endlich im Bus sitzen und in die Ferien  abreisen, ziehen sich die Lehrer und Mitarbeiter um und schleppen sich auf die Weihnachtsfeier des Betriebes, …, nein, tun sie nicht.

Denn seit diesem Jahr haben sich die Biebersteiner etwas Neues einfallen lassen. Nachdem schon zwei Jahre darüber diskutiert wurde, gab es eine Änderung der langjährigen Gewohnheiten. Ab jetzt gibt es die Neujahrsfeier. Am Ende der Ferien, kurz bevor die Schüler wieder anreisen, trifft sich die gesamte Belegschaft, pädagogisches wie nicht pädagogisches Personal, wünscht sich bei einem opulenten Mal ein frohes Neues Jahr und verbringt einen sehr entspannten und fröhlichen Abend miteinander. Das Buffet wird extern angeliefert, damit auch Thomas Schröter und seine Damen etwas von der Feier haben. Die Klausuren sind korrigiert, die Weihnachtsfeiern schon eine Weile her, der eine oder andere war sogar in Skiurlaub, die Stimmung ist entspannt, …, und weg ist der Stress, der weihnachtliche!

Bis zum nächsten Jahr!

Reiner Lange

Ein "Neuling" in Bieberstein!!

Im Dezember 2009 hielt "Jule", ein Cocker-Mädchen, Einzug in Schloss Bieberstein in die Heim-Familie Breternitz.

Sie kam, sah und siegte! Nur wenige Wochen nach dem tragischen Unfalltod ihres zweiten Hundes Riku hatte Familienmutter Annika Breternitz einen würdigen Nachfolger bzw. Nachfolgerin gefunden. Es handelt sich um ein weibliches Cocker-Spaniel–Mädchen, namens Jule. Dies ist aber nicht ihr einziger Name. So rufen sie viele Familienmitglieder einfach Hund. Es gibt noch viele andere Namen, doch wenn ich diese in ihrer Gesamtheit auflisten würde, wäre diese Seite voller möglicher Namensvorschläge. Sie spiegeln ganz deutlich wieder, wie Jule von den anderen Familienmitgliedern ins Herz geschlossen wurde. Doch wie in jeder guten „Familie!“ gibt es Animositäten. So konnte sich Lotta, Annikas zweiter Hund, anfangs nicht mit ihrer kurzzeitigen Statistenrolle anfreunden, also wir alle Jule umsorgten. Inzwischen haben die beiden sich aber gut aneinander gewöhnt. Wir wünschen ihr viele gesunde Jahre in unseren Reihen! 

Maximilian Auth, 10b

 

 

"Familienschwester" Amrei mit Neuankömmling Jule
Stolze "Hundemama" Annika!
Da bin ich .....
..... so unschuldig!
Lotta und Jule kuscheln
Auslauf im Gras
Jule und Lotta ...
... beim Toben

Fortsetzung...

Minischwein Rosa, geborene MaSiRee (Marc, Simon, Reetz) zu Bieberstein,...
 
… ist erwachsen geworden, gewachsen und hat an Größe und Breite gewonnen. Partner Rudi (Hängebauchschwein) jedoch wird sie nicht einholen.
Ihre Hauptbeschäftigung ist Fressen, von morgens bis abends, die saftigen grünen Wiesen um Siggis Mühle laden dazu herzlich ein. Und abends geht sie mit Rudi in den Stall. Dann wühlen sich beide tief ins Stroh hinein und heraus schauen nur noch eine weiße und eine schwarze Steckdose.

Am nächsten Morgen dann ziehen beide Schweine wieder los. Nur manchmal gehen sie getrennte Wege und Rosa geborene MaSiRee geht alleine ins Dorf und es sieht so aus, als suche sie etwas  - gab es da nicht ein Schloss??? Aber sie geht wieder zurück und fühlt sich doch bei all den Tieren (Kamerunschafe, Gänse, Nilenten, Pferden, Hunden und Katzen) zu Hause.
 
D. Leibold (Sozialpädagogin)

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Ein Minischweinchen, namens – „Rosa“ auf Bieberstein 

Da hatten sich einige Schüler etwas Feines ausgedacht. So ein kleines Minischweinchen auf Bieberstein könnte die Tage doch versüßen. In der Turnhalle sollte es wohnen. Natürlich inkognito, denn erlauben würde das der Chef bestimmt nicht. Dann wurde es doch von einem Lehrer beim „Duschen“ entdeckt. Nun musste es in das Palmenhaus umziehen, aber da hat es ihm so gar nicht gefallen. Es war viel zu warm und außerdem fühlte es sich einsam! Lange musste es immer warten, bis es besucht wurde, und das Wühlen und Fressen fehlte ihm sehr. Es rief sehr laut: „Ich bin Rosa, holt mich hier raus“! Und es wurde herausgeholt! In einem kleinen Dorf nahe der ehemaligen ostdeutschen Grenze wartete Rudi, dass Hängebauchschwein. Dorthin kam Rosa. Der „Mann“ war schwarz, breit und stark. Ein Hauer leuchtete aus seinem Maul. Man musste sich erst einmal beschnuppern.

Aber Rosa merkte nach einem Tag, der Kerl ist o.k. Sie sind ein Paar geworden, und Rosa möchte es nicht mehr missen, sich an Rudis großen, warmen Rücken zu schmiegen. Dieser Zweisamkeit hat sich das Huhn Berta angeschlossen, denn der Hahn hat es ausgestoßen. Rudi und Rosa haben es adoptiert. Die Drei sind glücklich und zufrieden und genießen die Freiheit mit vielen anderen Tieren.

Rosa lässt Bieberstein grüßen, und wie wir wissen, bringen auch Minischweinchen Glück – davon geht nun ganz viel nach Schloss Bieberstein! 

(Dorothea Leibold)

 

 

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„An alle!“ Biebersteiner erhalten auch in Zukunft ein Jahrbuch

Nach der ersten Ausgabe schon stand fest: Dies könnte zu einer ständigen Einrichtung werden, und viele positive Rückmeldungen bestärkten uns in der Überzeugung, dass ein Jahrbuch genau das war, was uns noch fehlte. Es soll auch in Zukunft an alle aktuellen und ehemaligen Biebersteiner SchülerInnen versandt werden, es nimmt weder „Leben und Arbeit“ noch der Homepage ihren Sinn und ihre Aktualität, da sich die Zielgruppen nur teilweise überschneiden, und es ist für die beteiligten Autoren eine Freude, Beiträge zu liefern.

Die Redaktion soll weiterhin in der Hand von Mathilde Luxenburger liegen, aber in echter Lietz-Tradition werden auch fürderhin Arbeiten, die von uns selbst ausgeführt werden können, in Eigenregie erledigt. Nur Dinge wie den Druck werden wir extern ausführen lassen. So auch Mitte September, als der zweite Jahrgang zum Versand vorbereitet werden musste. Im ehemaligen Shop, dem Raum unter der Bühne der ehemaligen Turnhalle und heutigen Kapelle, versammelten sich die Mitarbeiter um die Stapel von eingeschweißten Heften. Sie begannen die Adressaufkleber und die Briefmarken anzubringen, und sie wuchteten die neuen Stapel in den bereitstehenden VW-Bus, damit unser Zivildienstleistender Jan, bis vor zwei Monaten selbst noch Schüler, die Paletten zur Großannahmestelle der Post expedieren konnte. Biebersteiner aller Couleur halfen dabei. Einige ertappte Raucher und Morgenlaufschwänzer schwitzten Seite an Seite mit neuen und alten Kollegen, der Heimleitung, der Schulleitung und weiteren freiwilligen Helfern in zwei Nachmittagsschichten, ehe die Arbeit getan war.

Die Aktion endete standesgemäß mit Kaffee und Kuchen und wenn die positiven Rückmeldungen weiter anhalten, könnte es auch im kommenden Jahr irgendwann im September wieder heißen: Wir brauchen ein paar helfende Hände, denn das neue Jahrbuch geht:  "An Alle!"

Gemeinschaftsfoto vor der Residenz in Würzburg

Betriebsausflug der Hermann Lietz-Schule Schloss Bieberstein nach Würzburg am 24.08.2009

„Anderswo gibt‘s den schon lange nicht mehr.“

Das sagen vor allem unsere nichtpädagogischen MitarbeiterInnen, wenn sie davon erzählen, wie die Nachricht von einem Betriebsausflug aller Biebersteiner bei ihnen zu Hause aufgenommen wurde. Aber auf Bieberstein ist der Betriebsausflug eben Tradition, mal eintägig, mal auch zwei, aber einmal im Jahr muss es sein. Dann trifft sich die Belegschaft, ganz unpädagogisch und fröhlich. Alle Abteilungen sind eingeladen, und die allermeisten kommen auch tatsächlich mit, selbst wenn sie schon Jahre im Ruhestand sind wie unser früherer Hausmeister Hubert Kammel oder der Hausmeister der ehemaligen Lietz-Schule Schloss Buchenau, Herr Alfred Schramm. Mal sind Sehenswürdigkeiten der näheren Umgebung das Ziel, mal entferntere Städte wie Dresden oder Berlin. Immer aber geht es in der Hauptsache um den Kontakt untereinander. Im hektischen Heimalltag trifft man sich zwar oft, aber eben nur „zwischen Tür und Angel“, und für einen richtigen Schwatz bleibt da natürlich keine Zeit. Dafür ist dann der Betriebsausflug da. Zwischen Kultur und Kulinarischem werden mit den KollegInnen entfernterer Abteilungen oft mehr Worte gewechselt als im ganzen übrigen Jahr.

Diesmal ging es auf Vorschlag von Rudi Kaiser nach Würzburg. Hier hatte der pädagogische Teil Biebersteins am Kongress der LEHs teilgenommen und die Stadt sehr interessant gefunden. Um einen Blick auf die Stadt zu werfen, begannen wir mit einer Führung durch die Festung, die von den Zinnen einen unvergleichlichen Rundblick über die ganze Umgebung erlaubt. Danach erst begaben wir uns mit unseren beiden Fremdenführerinnen ins Zentrum und erkundeten Kirchen und Kaschemmen. Die Innenstadt Würzburgs ist geprägt von Bauten, die von der jahrhundertelangen Bipolarität zwischen der machtbewussten Kirche und dem selbstbewussten Bürgertum zeugen. So steht zum Beispiel in unmittelbarer Nähe des Domes die von den Bürgern erbaute Marienkapelle, der zwar nie einer Gemeinde zugeordnet war und die deshalb immer Kapelle statt Kirche heißen musste, die aber größer ist als viele Pfarrkirchen und Dome.

Zu Mittag trafen sich alle im Bürgerspital zu handfester Kost und fränkischem Wein, bevor kleine Gruppen die Stadt auf eigene Faust erkundeten. Für den Besuch der Residenz reichte leider die Zeit nicht mehr, denn schon wartete der Bus auf uns, um uns zurück nach Bieberstein bzw. zur „Linde“ nach Langenbieber zu bringen. Dort klang der Tag mit einem gemeinsamen Abendessen aus, das sich nach all den gesammelten Eindrücken bei vielen Gesprächen noch ordentlich in die Länge zog. Schon am folgenden Tag begannen die Konferenzen zur Vorbereitung des neuen Schuljahres, und ganz schnell hatte uns der dienstliche Alltag wieder in seinen Fängen. Aber von den Erlebnissen des Betriebsausfluges wird das Betriebsklima sicher noch eine ganze Weile profitieren bis es dann bei der nächsten Betriebsversammlung heißen wird: „Wohin fahren wir denn diesmal?“

Dr. Reiner Lange

ROMANIA  2009 

In der Woche vor Ostern war es endlich wieder soweit: Bieberstein startete den jetzt schon vierten Hilfstransport nach Teaca (früher Tekendorf), einer kleinen Gemeinde in Siebenbürgen.

An Bord waren diesmal ein Ultraschallgerät (bereits sehnsüchtig vom dortigen Spital erwartet) sowie ca. 50 ältere, von der Schule aussortierte Computer (nebst Monitoren und Tastaturen); letztere werden einer Grundschule in Ocniţa zugute kommen, die bisher ohne auskommen musste.

Zwei Tage dauerte wie immer die Anfahrt über Österreich und Ungarn, und wir schafften es diesmal bis Debrecen kurz vor die rumänische Grenze, wo wir im Hotel Aranyabika übernachteten. Am Dienstag dann benötigten wir für die ca. 300 km durch Rumänien knapp sieben Stunden, da Autobahnen in der Gegend ein Fremdwort sind und wir über Oradea und Cluj-Napoca (Klausenburg) zweimal mit unserem 12-Tonner über die Vorkarpaten mussten.

Mit Bangen sahen wir dem entgegen, was uns dort erwarten würde: eine Gastfamilie, die im Prinzip nur rumänisch sprach! Tina, meine Freundin, ist zwar in Rumänien geboren, aber seitdem nur einige Male da gewesen, und ihre Sprachkenntnisse waren nicht perfekt. Um so mehr waren wir über die Gastfreundschaft von Familie Sereţan überrascht, die es relativ schnell schaffte, dass wir uns wie zu Hause fühlten. Dies wurde zwei Tage später noch durch die Ankunft von Dora, ihrer Tochter, gesteigert, die in Klausenburg Medizin studiert und fließend Deutsch spricht.

Es ist mit Sicherheit richtig, dass sich seit der Wende 1989 viel verändert hat, aber es ändert nichts an der Tatsache, dass viele Menschen – vor allem auf dem Lande – noch relativ arm sind und sich im Prinzip nicht viel leisten können; daher fehlt es häufig an Geld für die simpelsten Dinge. Am deutlichsten bekamen wir das zu spüren, als wir die Hilfsgüter im Depot des Roten Kreuzes abgeladen hatten und gleich im Anschluss daran zusehen konnten, wie zwei Leute fast eine halbe Stunde lang mehrere Brillen hintereinander probierten, um zu sehen, ob sie passten. Nicht etwa von Farbe oder Modell her, sondern schlicht und einfach von der Stärke! Und wir konnten sie zufrieden stellen: Sie zogen glücklich mit dem für sie passenden Exemplar von dannen.

Ein kleiner Ausflug nach Sighişoara (Schäßburg) am Mittwoch zeigte uns dann etwas mehr vom Erbe der deutschen Einwanderer vor hunderten von Jahren: Als eine der „sieben Burgen“ mit der wohl am schönsten erhaltenen mittelalterlichen Altstadt in ganz Rumänien zählt es zu den Juwelen von Siebenbürgen (rum.: Transilvania).

Das letzte Highlight war am Morgen der Abfahrt ein kurzer Besuch bei Aneta-Cristina, die wir als Biebersteinschüler finanziell unterstützen. Für die Neuen als Information: Ihr Vater ist vor etwa zwei Jahren bei einem Unfall mit dem Traktor ums Leben gekommen, und wir finanzieren mit einem Monatsbeitrag von 50 c pro Schüler ihr Studium in Klausenburg.

Die Bilder zeigen die Brillenanprobe, das Abladen der Computer, den Besuch bei Aneta  und .... ja, uns beim Abschied am Ostersamstagmorgen. Ich vergaß zu erwähnen: wir, das sind auf dem letzten Bild von links Jordis Vonk, Leonie Ebke (ihre Freundin), davor Nicola Vonk, hinten Walter Vonk, ganz rechts Tina Müller (meine Freundin), daneben Eckehardt Zaig, Ex-Bürgermeister und jetzt Vorsitzender des Roten Kreuzes und in der Mitte meine Wenigkeit.

Ich werde die Tour immer in Erinnerung behalten ..... macht euch auf nach Siebenbürgen, wie schon ca. 20 Biebersteiner vorher, und ihr werdet es nicht bereuen.

Chantal Beyer, Schülerin der Jgst. 12

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Wie viele Sterne hat denn der?

Thomas Schröter kocht für Bieberstein

Seit 2002 ist er dabei. Im ersten Jahr wurde er noch von der Firma Katerine unterstützt, danach war er selbst verantwortlich für die gesamte Verpflegung auf Bieberstein. Sein Handwerk hat er in der Bachmühle in Fulda erlernt. Nach mehreren Stationen, u. a. dem Bäder Park Hotel, den Gasthöfen Imhof und Hahner sowie dem Lothar Mai Haus, gelang es vor sieben Jahren unserem früheren Schulleiter Abel Morales ihn aus dem „Grünen Baum“ in Fulda abzuwerben.

Aus seinem reichen Erfahrungsschatz brachte er viele Ideen mit nach Bieberstein, so z. B. seine Schnitzelvariationen und seine asiatischen Gerichte. Überhaupt sind Variation und Flexibilität wichtige Vokabeln für Thomas Schröter. Er lernt immer noch gerne dazu und probiert neue Gerichte aus, und ebenso gerne stellt er seine Improvisationskunst unter Beweis, vor allem, wenn eine Lehrkraft mal wieder eine Exkursion macht und ganz schnell Lunchpakete braucht oder wenn Familienabende unterstützt werden müssen, weil die Schüler das Falsche oder, noch schlimmer, zu wenig eingekauft haben. Immer wieder reichen Heimfamilien Wunschzettel bei ihm ein, die dann sukzessive erfüllt werden. Dabei gehen ihm seine „Damen“ Jutta, Elisabeth, Brigitte und Monika, auf deren Erwähnung er besteht, zur Hand.

Thomas Schröter hat mit seiner Frau Christina zwei Kinder, aber im Grunde hat er 120, nämlich alle Biebersteiner SchülerInnen, die, auch wenn sie mal wieder über das Essen mäkeln, ganz genau wissen, was sie an ihm haben. Vor allem diejenigen, die auch andere Heime kennen, bestätigen immer wieder, wie gut das Essen auf dem Bieberstein ist. Die abendlichen Buffets, die heißen Suppen an kalten Winterabenden und ganz besonders der sonntägliche Brunch mit seinen regionalen Spezialitäten bringen ihm immer wieder viel Lob ein. Wer bekommt in Hessen schon Weißwurst und süßen Senf? Seine Frikadellen, mal rheinisch, mal türkisch, werden immer alle. Und wenn er die Zutaten für Hamburger oder Hot Dogs bereitstellt, so dass man sie selber belegen kann, ist das Buffet im Handumdrehen abgeräumt.

Zu ganz großer Form aber läuft er auf, wenn es etwas zu feiern gibt, etwas das Abitur oder ein Altbürgertreffen, wenn der Rotary-Club zu Gast ist oder die Pianale stattfindet. Nach getaner Arbeit betritt er dann auch selbst die Szene und feiert mit, erkundigt sich persönlich nach dem Wohlbefinden seiner Gäste und ist an Kritik und Anregung interessiert.

Dabei achtet er streng darauf, dass regional eingekauft wird, vor allem was Fleisch, Salate und Backwaren betrifft. Denn den verhängnisvollen Trend zu Fast Food bekämpft er unermüdlich, mit Geduld, Phantasie, frischen Produkten und Ideen. Auf dass wir noch oft fragen können: „Wie viele Sterne hat denn der?“

 

Die Schreinerei

Selten wird sie beachtet, nie steht sie im Mittelpunkt, schon immer gibt es sie auf Bieberstein und tagtäglich profitieren alle von ihrer Arbeit. Das ist die Schreinerei. Klaus Schwab übernahm sie von seinem Onkel Anfang der neunziger Jahre und mit Ralf Breunig kam 1996 ein weiterer Schreiner dazu. Waren in früheren Jahren noch Auszubildende dabei, so ist heute ein Zivildienstleistender zeitweise hier eingesetzt. 

Stetig entwickelt sie sich weiter, denn im Laufe der Jahre und Jahrzehnte sind die Anforderungen nicht nur gewachsen, sondern haben sich auch inhaltlich geändert. So umfasst das Repertoire heute praktisch fast alles, was in den Lietzschulen gebraucht wird. Die gesamte Zimmereinrichtung eines Lietzschülers entsteht in Eigenproduktion, Schreibtisch, Schränke, Regale und Betten, und immer angepasst an die jeweiligen Maße der Zimmer, egal wie verwinkelt die Räume in den Schlössern auch sind. Aber auch Vertäfelungen, Laminierungen, Lackierungen sowie individueller Möbelbau gehören für die Tausendsassas im Holzgewerbe dazu. Gerade diese Vielfalt und die dabei geforderte Flexibilität machen für Ralf Breunig den Unterschied zu herkömmlichen Betrieben aus. Vor einigen Jahren ist auch die Gestaltung unserer Büroräume zum Aufgabenkatalog hinzugekommen, die von der ersten Einrichtungsidee über Planung und Endfertigung komplett in der Biebersteiner Schreinerei gefertigt werden. Selbst der Innenausbau der Sporthalle wurde 1996 weitgehend in Eigenregie durchgeführt. 

Die Schüler haben manchmal ein ambivalentes Verhältnis zur Schreinerei, sind doch etliche Strafstunden hier mit Sägen und Schleifen, Leimen und Lackieren verbracht worden. Gleichzeitig steht sie aber auch für Kreativität und Gestaltung im Rahmen der Gildenarbeit. Ganze selbstentworfene Zimmereinrichtungen sind so schon von den Gildenteilnehmern unter der sachkundigen Anleitung Ralf Breunigs gebaut worden. Zur Gilde ist inzwischen auch noch eine PA getreten, so dass für eine kontinuierliche Anbindung des Handwerksbetriebes an das Heimleben gesorgt ist. Da die Schreinerei auch sämtliche Schlüssel verwaltet, ist der erste und der letzte Gang eines Schülers auf Bieberstein der zur Schreinerei, nämlich um die Zimmer- und Schreibtischschlüssel in Empfang zu nehmen und sie am Ende der Schulzeit wieder abzugeben.

Und wenn Sie sich das nächste Mal in einer Lietz-Schule hinsetzen, denken Sie vielleicht einmal daran: Wir benutzen sie tagtäglich, die Produkte unserer Schreinerei.

                                                                                                                         

 

SMOG – Gewaltprävention


Im Rahmen des Life-Skills Unterricht hatten die beiden Jahrgansstufen 10 Besuch von Polizeihauptkomissar Karl-Heinz Hofmann. Herr Hofmann ist Jugendkoordinator bei SMOG – Schule machen ohne Gewalt, ein Netzwerk gegen Gewalt und Sucht in Schulen.

Immer wieder rücken spektakuläre Vorkommnisse die Themen Gewalt und Sucht im Zusammenhang mit Schule in den Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion. SMOG hat nach Wegen gesucht, wie Schulen dem Problem begegnen können. SMOG wurde im Jahr 1999 als ein Projekt der Polizei, des Jugendamtes und des staatlichen Schulamtes im Vogelsbergkreis in Hessen initiiert. Es wird seit Januar 2002 ganz wesentlich getragen und weiterentwickelt durch den Verein SMOG e.V. in Fulda. Ziel ist es, dem Gewaltpotential präventiv und intervenierend mit einer Vernetzung der unterschiedlichsten Aktivitäten entgegenzutreten, um so gesamtkonzeptionell die Entfaltung positiven Sozialverhaltens und eine stabile Persönlichkeitsentwicklung zu fördern.

Herr Hofmann erzählte u.a. kleine Geschichten und fragte die Schüler und Schülerinnen wann für sie Gewalt im Spiel sei. Deutlich wurde, dass jeder Jugendliche unterschiedliche Empfindungen und Vorstellungen von Gewalt hat. Herr Hofmann versuchte den Schülern und Schülerinnen zu vermitteln, dassjeder Mensch anders empfindet und es wichtig ist, dass dieses Empfinden toleriert und akzeptiert wird.

Die Diskussionen, die sich an die Veranstaltung anschlossen, waren sehr intensiv, und die Notwendigkeit, mit mehr Sensibilität auf andere Menschen zuzugehen, war am Ende unbestritten.

Dorothea Leibold, Sozialpädagogin