Es ist gut ein Jahrhundert her, als der Reformpädagoge Hermann Lietz dem staatlichen Schulsystem die Seelenlosigkeit von Massenbetrieben vorwarf und als Antwort im Jahre 1898 das erste Landerziehungsheim gründete.
Die Lietz’sche Modellschule, eine Einheit von Bildung und Erziehung, zielt auf eine ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung. Die Kinder und Jugendlichen sollen vor allem eines erwerben: Lebenskompetenz und Mut. Dazu wurde ein zukunftsweisendes Curriculum entwickelt und ein einzigartiges Betreuungssystem etabliert. Die Schülerinnen und Schüler leben und arbeiten mit den Lehrerinnen und Lehrern zusammen auf dem Campus.
Erziehung geht über die reine Vermittlung von Schulstoff hinaus. Dazu hat Hermann Lietz als eine Art „Studium Generale“ die so genannten „Kapellen“ eingerichtet. Dieses Pflichtprogramm beinhaltet die intensive Begegnung mit Kunst- und Kulturschaffenden, mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik. Mit ihnen werden Gedanken und Stellungnahmen zu den großen Themen der Zeit diskutiert. Ganz groß geschrieben wird das praktische Arbeiten an der Hermann-Lietz-Schule. Lernen mit Kopf Herz und Hand. In den so genannten „Gilden“ , die genau so wie die „Praktischen Arbeiten“ zum Pflichtprogramm der Schülerinnen und Schüler gehören, geht der Einzelne seinen ganz persönlichen Neigungen nach bzw. dient der Gemeinschaft, sei es beim Theaterspielen, in der Schreinerei oder im Garten. |